Schizophren oder DIS/DDNOS? (SELBSTTEST – Fragebogen)

Zweifel… Vielleicht ist ja doch alles Einbildung und alle Diagnosen trotz allem falsch? Vielleicht lebe ich in einer Fantasie- Welt und bin nur schizophren? Und die Ärztin hat recht mit ihrer Tabletten- Verordnung?

Auf der Internetsuche stolperte ich wieder auf diversen Seiten. Überall steht DIS sei nicht mit Medikamenten behandelbar, man kann nur lediglich die Symptome mit Antidepressiva oder Neuroleptiker unterdrücken. Die Lösung kann lediglich speziele Traumatherapie bieten.

Auf einer Seite stoß ich auch auf verschiedene Fragebogen Tests um eine Selbsteinschätzung treffen zu können, ob man dissoziative Symptome hat. Solche Tests kenne ich auch aus der Klinik, sie wurden da für die Diagnose benutzt und sind in Verbindung mit fachmännischer Beurteilung sehr zuverlässig. Und da ich ja nun gerade wieder ne Bestätigung meiner Diagnose brauchte, hab ich 3 davon gemacht.

Zuerst machte ich den SDQ Fragebogen, der von der niederländischen Arbeitsgruppe um Van der Hart und Nijenhuis entwickelt wurde und sich mit körperlichen Elementen der Dissoziation befasst.  Er wird kostenlos zum Download angeboten: http://www.enijenhuis.nl/s/SDQ-20-German.pdf

Eine Auswertung und Anleitung ist auf englisch hier zu finden. Meine Kurzfassung dazu: die medizinische Begründung der Symptome ändert nicht die Punkte Anzahl, sie dient Forschungzwecken, außer es ist wirklich ein körperlicher und überprüfter Grund, dann wird die Anzal der Punkte zu dieser Farage auf 1 gesetzt. Der SDQ-20-Wert, der zwischen 20 und 100 liegen kann, entsteht durch Summierung der einzelnen Itemwerte.

Laut der verschiedenen Studien der Quelle (Table 1) liegen die Mittelwerte für:

  • DIS (DID) bei 51 – 59
  • DDNOS bei 43 – 46
  • Somatoforme Störungen bei 32,0
  • Eß-Störungen bei 27,7
  • Schizophrenie bei 27,1
  • Angststörungen bei 26,8
  • Major Depression bei 28,7
  • bipolare affektive Störung bei 21,6 – 22,7
  • Nicht klinische Probanden bei 27,4
  • PTBS Patienten lagen signifikant höher als Patienten mit nicht dissoziativen Störungen

Unser Wert lag bei 59.

Dann machten wir noch diesen: DES Test. In der Klinik wird der FDS Test durchgeführt, das ist die deutsche Bearbeitung der Dissociative Experiences Scale, DES, die gegenüber dem Originalbogen um eine Subskala zu Konversionssymptomen erweitert wurde, um den Fragebogen auch an die ICD−10−Klassifikation anzupassen. Die Tests: FDS, DES und FDS−20 ermöglichen ein sicheres Screening auf komplexe Dissoziative Störungen. 90% der hochdissoziativen Patientinnen konnten in der Stichprobe richtig identifiziert werden. Ab einem bestimmten Gesamtwert (Cut−off)
wird eine weiterführende Differenzialdiagnostik empfohlen.

DES-Werte der Studie (Tab. 1 ) Min bis Max und ⓂMittelwert

  • DIS                26,07-72,86 Ⓜ45,37
  • DDNOS           7,50-70,77 Ⓜ28,95
  • TRAUMA         0,71-33,57 Ⓜ12,77
  • non−TRAUMA 0,71-20,00 Ⓜ6,36
  • KG                   0,00-11,79 Ⓜ4,03

Mittlere DES−Werte aus verschiedenen Studien (Tab. 4 )

  • DIS        45,63 | 45,37
  • DDNOS  35,29 | 28,95
  • PTB       32,58 | 12,77
  • Angststörungen 10,16 | 6,36
  • Essstörungen 14,51
  • Schizophrenie 19,10 | 14,72
  • PsychiatriepatientInnen 16,39 | 8,06 | 8,70
  • Allgemeinbevölkerung 11,05 | 6,53 | 4,03
  • Studierende/Adoleszenten 14,40 | 9,84

(Quelle: Screening auf Komplexe Dissoziative Störungen mit dem Fragebogen für dissoziative Symptome (FDS) )

Unser Wert lag bei 36,43.

Wir fanden auch noch diesen Selbstest, der auf den Diagnosekriterien der internationalen Diagnostik-Manuale ICD-10 und des neuen DSM-5. Abgefragt werden auch andere für Dissoziation typische Symptome, wie sie u.a. auch im Dissociative Experiences Scale (DES), sowie in den mir freundlicherweise von Dr. Eve B. Carlson zur Verfügung gestellten aktuellen Versionen des DES-R (DES-revised) und DSS (Dissociative Symptoms Scale) beschrieben sind – allesamt international häufig eingesetzte und gut validierte Screeninginstrumente für dissoziative Symptome und Störungen basiert. Dort erreichten wir 44,7.

Zu all diesen Test möchte ich noch mal sagen, dass es auch falsch negative Ergebnisse gibt. Und dass die Ergebnisse auch stark von der eigenen momentanen Selbsteinschätzung abhängen. Z.B. gibt es Anteile, die keine Ahnung von irgendwelchen Symptomen haben und den Test nicht korrekt ausfüllen können. Dann haben welche auch Amnesien für Amnesien, oder wissen bestimmte Dinge gar nicht. Wir haben diese Tests in den Kliniken mehrmals gemacht, und die Ergebnisse fielen nicht gleich aus. Ich machte bereits beim Ausfüllen die Beobachtung, dass Antworten, die ich vor einer Stunde gab, bei der neu Betrachtung anders eingeschätzt wurden. Also sind das immer nur Anhaltswerte, die Diagnose müssen Fachkräfte stellen.

Im Internet gibt es noch weitere kostenlose Tests zu finden und ach welche, die man kaufen muss, wie den FDS Test.

 

Um das Thema von Gestern noch mal aufzugreifen: „Medikamente die schizophrene Betroffene erhalten sind meistens völlig wirkunslos gegen die Symptome, mit denen Multiple sich konfrontiert sehen“. Hier wird die Schizophrenie der DIS und DDNOS gegenüber gestellt und direkte Unterschiede aus der Sicht der Patienten gezeigt. Empfehlenswert für alle unwissenden Personen inklusive Ärzte.

Und wenn ich unsere Werte der Tests und die Infos über Schizophrenie betrachte, so ist der Fazit ganz klar: wir haben definitiv keine Schizophrenie! Wir haben mindestens die DDNOS! Laut den körperlichen Elementen ist und dem letztem Test ist DIS sogar wahrscheinlicher!

Ich versuche die Ärztin zu erreichen, in der Hoffnung ihr Urlaub beginnt noch nicht morgen. Mal sehen was sie zu meinen Recherchen sagt. Morgen ist auch Therapie, wo ich fragen werde und dann entscheide ich mit den anderen was wir bezüglich der Medis tun.

Was haltet ihr von diesen Tests? Habt ihr sie gemacht? Bestätigen sie eure Diagnose?

Viel Kraft euch allen ❤

 

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10 Gedanken zu “Schizophren oder DIS/DDNOS? (SELBSTTEST – Fragebogen)

    • Lass es unbedingt deine G. sehen, vielleicht hilft es gegen ihre Zweifel, vor allem wenn auch die anderen Tests so aussagekräftig sind.
      Die 59 ist ja auch nur ein Mittelwert der Studie, die Werte können durchaus höher liegen, was die DIS nur wahrscheinlicher macht.

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      • Lustig das du das sagst. Es hat ihn direkt geweckt diese Tests zu machen. Denn auch die anderen sind überdurchschnittlich hoch. Er rätselt mal wieder herum, ob er sich das Lügen schon so sehr angewöhnt hat, dass er sogar die heimlichen Tests zu Hause, die niemand sieht, manipuliert mit Falschaussagen.
        Und das das „zu hohe Ergebnis“ nur heißen kann, dass es nicht stimmt weil man nur bis 59 DIS ist und darüber ein Lügner.
        Ich rolle hier mal heimlich mit den Augen
        Danke für deine Rückmeldung! Die halte ich ihm auch unter die Nase.

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  1. Hier wurden in der Vergangenheit alle diese Test + die kostenpflichtigen mit fachlicher Auswertung durch verschiedene Personen gemacht und an einer anonymisierten Studie für die bildgebenden Verfahren zum Nachweis von DIS teilgenommen. In allen Test wurden immer immer die gemittelten Werte überschritten :D.

    Gefällt 2 Personen

    • Danke für eure Erfahrungen. Also wenn manche aus uns allein machen würden, würde es die Skala vermütlich auch sprengen. Und was sagt das? Die DIS ist dann erst recht bewiesen, oder?
      Übrigens, unsere Thera sagte heute sie sieht bei uns eher ne DIS als DDNOS. Und sagte wieder mal auch, dass es egal sei, die Therapie ist genauso, jedem einzelnen muss geholfen werden.
      Liebe Grüße

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      • unsereins & me bekam auch anfangs die DSNNS/DDNOS Diagnose anstelle der DIS/DID. Geschadet hat es nicht. Wohl auch weil es unsereins & me egal war, welcher Aufkleber an der Schublade für die Krankenkassenabrechnung angebracht ist. Die Therapie-Ansätze sind meinem Wissen nach identisch. Bei DIS/DID gibt es halt die größeren Herausforderungen durch die oft ausgeprägt vorhandenen Amnesien und zeitlichen Lücken – was die DSNNS/DDNOS aber sicher nicht weniger blöde macht für die Betroffenen.

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      • War bei uns auch nicht anders… Und es stimmt, es ist egal, da die Behandlung gleich ist bei beiden Diagnosen. Und selbst EIN Trauma ist schon schrecklich und das leid schlimm, egal welche Diagnose man aufgedrückt bekommt oder eben nicht.

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  2. Auf Hinweis von A/Part hab ich dann auch mal einen Test gemacht – den letzten auf den von euch verlinkten, der direkt online gemacht werden konnte. 0,95% war mein Quotient. Bekomme einen kleinen Einblick, was ihr so alles „schieben“ müßt….

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Test recht unterschiedlich ausfallen können, je nachdem welche Persönlichkeit von euch den Test macht. Oder kommt es auch vor, das ihr während der Beantwortung eines Tests gleich mehrfach switched und euch wundert, was weiter oben so beantwortet wurde?

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