Der Umgang mit Opfern

Viele Opfer sexueller Gewalt trauen sich nicht eine Anzeige zu erstatten. Wen wunderts? Oft steht Aussage gegen Aussage. Oft ist die Scham oder Angst viel größer als der Drang nach Gerechtigkeit.

Angst…

Angst vor Täter/n. Angst, einem wird nicht geglaubt. Angst, man hat sich alles doch ausgedacht. Angst vor der Verachtung der anderen…

Aber hat man Angst davor erneut traumatisiert zu werden, vor Gericht? Eine Einrichtung für die Gerechtigkeit?

Nun ich selbst wäre niemals zu Polizei gegangen, damals. Die Angst war zu groß lediglich gesagt zu bekommen, wenn Mutter so was tut, dann hab ich das wohl auch so verdient, zurück gebracht zu werden, um dann erst Recht ne heftige Bestrafung zu erhalten… Nun unsere Angst hatte sicher ihre Grunde. Auch ist unser Fall ein anderer als bei diesen 3 Frauen aus der Story im Ersten. Was Deutschland bewegt: Vergewaltigt. Wir zeigen an! (Sendung der ARD vom 28.05.2018) Aber wenn man sich ansieht wie mit Opfern heute zu Tage umgegangen wird, wundert es mich so gar nicht, dass kaum eine Betroffene Anzeige erstattet. Da können die noch so sehr dazu auffordern und ans Herz legen.

Eine Wut kommt da hoch! Eine Ungerechtigkeit wie sie kaum größer sein kann, oder? Als hätten die Opfer nicht genug gelitten! Und dann wundern wir uns, wieso unsere Therapien erkämpft werden müssen und nach einem Bruchteil der notwendigen Stunden bereits Schluss ist? Das es nicht genug Therapeuten gibt, weil die Kassen Zulassung nicht erteilt wird? Das eine Rehaklinik mit der blödsinnigen Begründung der nicht vorhandenen medizinischen Indikation und fehlender Psychotherapeutischen Begleitung abgeschmettert wird?…

Was für eine Welt!

Oder sehe ich das Verkehr? Reagiere über? Alles hab so schlimm?

Wie sieht ihr das?

17 Gedanken zu “Der Umgang mit Opfern

      • Ja leider!
        Habe heute mit einer Freundin telefoniert.
        Sie war 42 als man ihr einen Aufenthalt auf einer Trauma Station (Krankenhaus) mit der Begründung ablehnte: sie sei ja chronisch krank und schon zu alt, sie möge doch bitte den Platz an jüngere abtreten.
        Welche PTBS ist nicht chronisch? Und echt jetzt – 42 Jahre ist sooo alt? Na dann! Kann man die restlichen 20, 30 Jahre getrost in der Ecke liegen und leiden, ist ja nicht mehr so lange bis zum Abdanken!
        Ja, das ist auch über 10 Jahre her mit ihrer Ablehnung. Und sie hat seit dem auf jede Therapie verzichtet in dem Glauben, sie wird keine genehmigt bekommen. Die arme leidet still vor sich hin und mit 54 fühlt sie sich nun wirklich zu alt für Therapie.
        Grausam !

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      • Tja, ich bin 67 und geb auch noch nicht auf….sag das Deiner Freundin – aufgeben heißt, dass die Täter gewinnen – und das will ich auf keinen Fall. Solange man noch atmet, kann man auch noch an der Heilung arbeiten – und wenn der Kopf noch funktioniert – geht das. Und in Kliniken oder bei Therapeuten kann auch sein, dass es nicht hilft oder sogar noch schlimmer wird (selbst erlebt). Wir alle sind doch Überlebende und das hat uns auch stark gemacht – wir sind kampferprobt – sag ihr das.

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      • Da hast du wahrlich Recht.
        Leider gehört aber der Wille dazu. Hat man aufgegeben, will man mit der Traumakiste nichts mehr zu tun haben und geht lieber in die Vermeidung und Resignation.
        Sie schluckt halt immer mehr Antidepressiva, aber sieht nicht mal ein sich von der Mutter, die ihr immer noch schadet, abzuzuwenden. Begründung: es lohnt sich nicht mehr in dem Alter.
        Na dann… Ich sehe es anders, aber sie möchte das nicht hören. Andere Anteil übernehmen dann, die sich sogar betrinken wenn es mit Mutter oder Leben wieder zu heftig war, und sie hat Blackouts und versteht ihre schlimmer werdende Depression nicht.
        Aber man kann niemanden zu seinem Glück zwingen.
        Ich gehe diesen Therapie Weg und mir geht es zur Zeit auch nicht besser…

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    • Tut mir sehr leid für euch, wirklich.
      Ich kann zwar schon verstehen, dass man Unschuldige Menschen nicht verurteilen will, aber das was aus diesem Gedanken herausgekommen ist, ist echt das totale Gegenteil von Gerechtigkeit! Ich finde Opferschutz sollte in jedem Fall Priorität haben, das Opfer hat doch bereits genug gelitten.
      Aber wie in diesem Doku, bekommt so ein Täter, der sogar ein ungeborenes Baby auf dem Gewissen hat 2 Jahre AUF BEWÄHRUNG. Bedeutet, der braucht nicht mal in den Knast!
      Das ist wirklich sehr, SEHR traurig!

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