Innere Kommunikation lernen

Zweifeln ist scheinbar ein normales Symptom der DIS. Ebenso eine gewisse Phobie dem eigenen innerem Erleben gegenüber, manchen Gedanken oder Gefühlen oder gar einzelnen Innenpersonen gegenüber. Vermeidung und Ablenkung sind dann die Folge, um den ganzen aus dem Weg zu gehen.
Doch genau das hält die amnetischen Barrieren zwischen den Anteilen aufrecht. Es hält uns ab eine gute innere Kommunikation zu erreichen. Hält uns ab, das automatische handeln oder reagieren von Anteilen auf Trigger zu verändern. Hält uns ab fühlen zu können, oder Erinnerungen als wahr anzunehmen…

Laut meinem schlauen Selbsthilfe Buch, können wir diese Phobie und Zweifel nur mit Hilfe der Reflektion überwinden. Und auch diese müssen wir meist erlernen, weil die gerade im Kindesalter durch Eltern beigebracht wird und das in Missbrauch- oder Misshandlung- bzw. Vernachlässigung- Verhältnissen selten durch Kinder richtig erlernt werden konnte. Und gerade bei DIS ist reflektieren besonders schwer, weil wir unter Umständen von Wünschen, Bedürfnissen, Gedanken etc. beeinflusst werden, die in anderen Selbstanteilen gründen, deren wir uns kaum bewusst sind! Deshalb wirkt unser inneres Erleben willkürlich, nicht schlüssig und verwirrend. Und auch gerade das phobische reagieren auf inneres Erleben und (gewisse) Selbstanteile führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Reflexionsfähigkeit.

Reflektieren bedeutet die Situation, Gefühle, Gedanken und Verhalten kognitiv richtig anzusehen und zu beurteilen. Und das eigene innere Erleben aufmerksam zu be-denken, es zu erforschen und eine Bedeutung in ihm zu erkennen. Mentalisieren, eine bestimmte Reflexionsfähigkeit, heißt unsere Fähigkeit, Rückschlüsse auf die eigenen Motive und Absichten, aber auch auf die Motive und Intentionen anderer Menschen zu ziehen. Reflextion macht es einfacher, eigene Reaktionen zu begreifen, statt sich lediglich von ihnen mitreißen zu lassen; darüber hinaus erleichtert sie es uns, automatische Reaktionen in überlegtes Verhalten umzuwandeln.

Der erste Schritt besteht darin, das eigene Erleben so, wie es ist, urteilsfrei anzunehmen, ohne es auf der Stelle verändern oder vermeiden zu wollen. Das ist auch der erste Schritt, den Dami Charf in ihrem online Kurs, als den ersten Schritt zu Veränderung nennt.

Aber genau damit haben wir die größten Schwierigkeiten! Wobei es ja verständlicherweise sehr schwer ist, das streitet weder Dami noch das Buch ab. Dami hat selbst diverse Jahre dafür gebraucht ihren eigenen inneren Kritiker reden zu lassen ohne darauf einzusteigen. Nach dem Motto, „danke für deine Mitteilung.“ Punkt.

Auch meine Thera sagt, die Zweifler haben sehr gute Grunde für ihr tun und ihre Sätze. Sie möchte die ja gerne persönlich sprechen, nur leider wehrt man sich hier mit Händen und Füßen gegen!…

Das schlaue Buch sagt, im Akutfall ist Reflexion noch zu schwer. Also soll man zuerst lernen, dies rückblickend also im Nachhinein zu reflektieren. Wir müssen auch nicht augenblicklich alles über uns wissen, denn in Wirklichkeit ist die Ungewissheit ein ganz normaler Bestandteil menschlichen Erlebens.
Informationen zu sammeln, statt übereilte Schlussfolgerungen zu ziehen, ist immer hilfreich. Und eben die Gefühle und Gedanken der Anteile so wie sie sind stehen zu lassen und nicht weg machen zu wollen. Statt dessen kann man beginnen zu überlegen, wieso der/die das so sagt oder fühlt und statt wie bisher zu reagieren ins Gespräch zu gehen, Fragen stellen ohne die Antwort zu beurteilen. Aber doch auch andere Anteile sprechen zu lassen, was die dazu denken. Wobei natürlich die Situation zu bedenken ist. In dem Buch werden auch verschiedene Beispiele genannt…

Unsere Reaktion: mein Gott das ist als wenn man einen riesigen Heuhaufen vor sich hätte und jeden einzelnen Grashalm einzeln in die Hand nehmen muss, es ansehen und wo anders ablegen müsste. Na dann viel Spaß, wir sehen uns in 20 Jahren wieder, weil dann bin ich vielleicht fertig…
Ja, da ist wer stark überfordert schon allein bei dem Gedanken. Dabei machen wir das manchmal bereits. Und manchmal sogar schon in akuten Situationen. Und manchmal verändert das auch schon was!

Ich dachte eigentlich, hier gibt es keine innere Kommunikation, weil hier nichts klappt, nichts entschieden werden kann, man nicht Absprachen treffen kann, Regeln oder Einigung zu bestimmen Themen. Ist auch nicht machbar zur Zeit. Aber die eine oder andere zu trösten oder in krassen Situationen, wie neulich beim Zahnarzt ohne Betäubung (wegen Histamin Intoleranz, und weil es eh nicht wirkt, da es zu dolle wechselt), zu beruhigen und zum durchhalten zu inspirieren, das klappt schon teilweise erstaunlich gut.

Aber es fehlen die Kenntnisse, wie man diese Organisation hin bekommen soll. Entscheidung wegen essen. Absprachen zu Mithilfe, wenn wichtiger Papier Kram erledigt werden muss oder andere Aufgaben. Wie kann Kochen wieder gehen? Wie kriegt man die gemeinen pöbelden Anteile zu Empathie oder Mitarbeit? Die Dunklen dazu, uns zu unterstützen statt zu quälen?

Das schlaue Buch sagt alles irgendwie so theoretisch: Präsent sein, Nehmen Sie Ihr inneres Erleben urteilsfrei wahr, Beachten Sie Ähnlichkeiten und Unterschiede, Seien Sie empathisch. Das wird dann noch kurz erklärt, ja und das wars irgendwie. Also kein WIE, das ich als Anweisung verstehe und gleich/sofort befolgen kann. Immer diese Theorien!… Oder bin ich zu blöd jetzt? Die sind ja nicht verkehrt, nein, sind schon wichtig, nur nicht mal eben umzusetzen, oder? Wobei Das natürlich alle mal besser sind als nichts! Bin vermutlich auch zu ungeduldig und die Erklärungen im Buch kommen vielleicht noch, aber ich will jetzt was tun und zwar da wo es gerade weh tut!

Habt ihr schon Vorschritte in der innen Kommunikation machen können? Habt ihr Tipps für uns? Wie war es bei euch? Wie kommt ihr mit denen zu recht, die euch nur beschimpfen und gar keine Vernunft gelten lassen, aber auch nicht mit euch sonst kognitiv diskutieren können/ wollen, weil sie euch für Dreck halten, sich auch nicht öffnen können? Oder, wie bekommt ihr Anteile dazu mit zu arbeiten, bzw. parat zu sein/haben, wenn bestimmte Dinge anstehen und man es nicht dem Zufall überlassen will oder mag. Wie habt ihr Einigung erzielt, wenn die Wünsche/Bedürfnisse der Einzelnen sich widersprechen? Wenn gar Allergien missachtet werden und andere leiden? Wenn welche fressen und andere hungern wollen? Wenn die einen das wollen oder brauchen, was den anderen schadet, oder gar triggert oder verletzt? Wenn gerade das was hilfreich wäre, sabotiert wird? Wenn gut fühlen bestraft wird? Oder das Verhalten so schädigend ist? Usw.

Mir ist schon klar, wir arbeiten ja alle an Heilung und wüssten wir Wege, dann würden wir hier nicht über diese Probleme schreiben in den jeweiligen Blogs. Aber vielleicht habt ihr für kleine Bereiche schon was gefunden, was bei euch funktioniert? Wir könnten hier Ideen sammeln.

Klar, ich lese nach meinen Möglichkeiten weiter in dem Buch, und sehe immer wieder auch die Videos im Kurs. Und gerne teile ich euch neu entdecktes auch mit. Aber das praktische hat für mich echt einen höheren Wert wie die Theorie der Bücher. Und wer weiß, wie lange ich noch lesen muss, um die Diamanten darin zu finden. Zu mal ich ständig sabotiert werde und das lesen selten möglich ist… Also wenn ihr schon etwas, sei es noch so klein und scheinbar unbedeutend kennt, dann würde es mich total freuen es hier zu lesen. Wir profitieren sicher alle vom Austausch darüber. Können gemeinsam stärker werden, uns ergänzen… und scheut euch auch nicht Romane zu schreiben, Links zu Blog Beiträgen oder Informationen zu teilen.

Ich danke euch vielmals bereits im Vorfeld und warte gespannt, was dabei raus kommt.

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17 Gedanken zu “Innere Kommunikation lernen

  1. Guten Morgen, puh erstmal sind in deinem Eintrag Tipps drin, die du beschrieben hast, auf die wir gar nicht gekommen sind. Wir hatten eine gute Kommunikation, zumindest mit den Alltagsleuten, aber aus irgendeinem Grund sind plötzlich sämtliche Barrieren oben und haben zu niemanden Zugang und sind alle irgendwie getrennt innen. Die, mit denen wir kaum zu tun haben, bekommen wir teilweise nur über das Kommunikationsbuch mit. Allergien sowie die Ananas Allergie, Fructose etc wurde hier auch mal ignoriert. Inzwischen nicht mehr (bis auf fructose), aufgrund der Ananas Allergie, sind wir oft genug ins Kh gekommen und da KH triggert, vermutlich deshalb? Weiß nicht. Jedenfalls haben wir damals angefangen mit einer Art Stundenplan. Die, die malen wollen etc durften dann und dann, aber das bewusste Wechseln war enorm schwer. Heute geht es, bzw aktuell nicht so super, aber meistens. Ein Tipp habr ich leider gerade nicht. Weil wir aktuell selbst auf der Suche sind um Kontakt/Kommunikation herzustellen.

    Mit den dunklen Anteilen, ja da hab ich persönlich richtig schweirigkeiten, einfach, weil diese mir angst machen. Richtige Angst. Angst, dass die auch so sind wie „die“ aber, … sowie ich gelernt habe, gehören die auch dazu und sind aus guten Gründen so. Wir versuchen da mit Verständnis zu reagieren, allerdings fällt mir das richtig schwer. Weil ich erstens davon getriggert werde, zweitens angst habe. Ich wünschte ich könnte irgendwas hilfreiches schreiben. Mir fällt da nur das Kommunikationsbuch/Stundenplan etc ein. Liebe Grüße.

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    • Ja, ein Tagebuch gibt es bei uns auch, nur wird es so gut wie nie benutzt. Also nur selten, und meist über mich als Umweg, die deren Stimmen urteilslos aufschreibt. Aber manchmal ging das schon echt gut, weil wir so Infos bekommen haben, von denen ich gar keine Ahnung hatte. Und hab ein Anteil so kennen gelernt von den ganz Dunklen, der aber gleich komplett übernommen hat, das war so richtig mega grüselig… ich konnte auch meine Fragen aufschreiben wo ich noch da war. Hat schon so seine Vorteile, man kann es zu Therapie mitnehmen… Aber von alleine schreiben die kaum, es darf ja keine Beweise geben und Kontinuität ist uns eh ein Fremdwort, daher funktionieren tägliche Eintrage schon immer nicht.
      Mit einem Stundenplan würde es nice klappen hier. Es klappt nicht mal auch nur eine einzige Sache täglich als Routine zu machen.

      Ja, die Dunklen machen hier auch Angst und Hass und Vorurteile. Das ist hier ne sehr harte Nuss…
      Vielen lieben Dank für eure Tipps. Die Erinnerung an das Tagebuch war schon toll.
      Ganz liebe Grüße, wir sind in Gedanken bei euch.

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  2. Blödes Smartphone… Bitte lösche den vorherigen unvollständigen Kommentar…

    Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass hier auch ein Arbeitsbuch in bestimmten Zeiten die größte Hilfe war. Es würde immer und immer wieder durchgearbeitet und selbst beim zwanzigsten Mal wurden gewisse Dinge erst verstanden oder Minuten immer noch nicht ganz umgesetzt werden. Ja, es ist ein anstrengender, steiniger aber lohnender Weg.

    Es ist schön zu lesen, dass du dir und den deinen Stück für Stück sowohl die Theorie als auch die Praxis beibringst.

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      • Aus technischen Gründen weiter unter dem Der Bunte Ring Account…

        Es geht „gut“ – viele Änderungen, die noch verarbeitet werden müssen und noch bis Mitte der nächste Woche Klinik, aber bereits ohne Medis.

        Das Arbeitsbuch ist nicht explizit für Dissoziative oder DIS. Es geht um die Kommunikation mit dem Innen die auch bei Unos angewandt wird. Dieser Aussöhnungsprozess ist hier bei den ersten 25 Innens die kennen gelernt wurden angewandt worden. Danach war der Prozess so verinnerlicht, dass er nicht mehr anhand des Arbeitsbuches durchgeführt wurde.

        Es geht dabei darum, jeden der Innens an zu schreiben und letztendlich jeden Einzelnen zu ‚adoptieren‘. Also Annahme der Innens und herausstellen ihrer Stärken früher und heute und das Formulieren von der Fürsorglichkeit im heute, die man selbst nun für diesen einzelnen Innen, seine Emotionen und Bedürfnisse sowie für den gemeinsamen Körper, ab sofort tragen wird.

        Es ist das Buch + Arbeitsbuch „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Choppich und Paul.

        Und nein, es hat nicht einfach so mal eben oder Zack Zack geklappt… Viel Vorbereitung war nötig, bis die erste ‚Adoptionsurkunde‘ geschrieben war.

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      • Danke euch.
        Freut mich sehr, dass ihr bald nach Hause könnt.
        Dieses Buch… Das hab ich hier seit locker 13 Jahren liegen. Es wurde nach dem ersten Klinik Aufenthalt gekauft, warum weiß ich jetzt nicht mehr. Es ist neu, wurde nie gelesen, nie durch geblättert! Wir haben es Unos empfohlen, wegen dem Titel, ohne es je selber … Ja, ich fand neulich, sprich vor dem Urlaub, so einige Bücher in unserem Regal, von denen keiner erinnert die gekauft zu haben zum Thema DIS. Sind natürlich auch nicht gelesen worden, weil ich nichts von wusste und nur ich lese hier so etwas… Nun ja…
        Aber danke, dann weiß ich was die nächste Lektüre sein wird.
        Kann man mit dem Übungsbuch beginnen ohne den Theorie Teil zu lesen, oder ist das eher nicht so empfehlenswert?
        Noch mal danke, und alles Liebe euch 💖

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      • @Birke Ich würde sagen, zumindest jemanden, der bereit ist erstmal das Buch zu lesen. Bei dem Fachbuch vor dem Lesen des Arbeitsbuches war nicht klar, dass ich mich hier kümmern soll/muss/darf. Das kam hier erst nachdem auch das Buch bereits 3 x gelesen worden war.

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  3. Sehr schwieriges Thema. Ich muss selbst zugeben, dass ich lange nicht an einer Kommunikation zu den Alltagspersonen interessiert war. Aus vielen verschiedenen Gründen, u.a. weil sie so oft zweifeln und Dinge in Frage stellen, von denen ich weiß dass sie real sind (da selbst erlebt). Es hat mich oft wütend gemacht wenn mir von den Anderen nicht geglaubt wurde. Dementsprechend habe ich gar nicht mehr kommuniziert, weil ich dachte dass es eh nichts bringt. Ein wenig hilft es hier, wenn Außenstehende Menschen (Therapeutin, Psychiater usw.) einem immer wieder bewusst machen, warum es so wichtig ist miteinander zu reden. Manchmal übersieht man manche Gründe dafür (in meinem Fall der Schutz vor Tätern, der mir sehr wichtig ist da ich möchte, dass der Kontakt eingestellt wird). Vielleicht könnt ihr ja herausfinden, warum manche nicht miteinander reden wollen. Jeder hat da ja andere Gründe. Manche hier haben z.B. Angst oder wissen auch gar nicht, was sie sagen sollen weil sie nie gelernt haben mit anderen Personen in Kontakt zu treten (egal ob Innen- oder Außenperson). Bei den Alltagspersonen sind es meistens die Gründe, die du oben aufgezählt hast. Das ist natürlich nicht so leicht an dem Problem etwas zu ändern, wenn die Angst so groß ist. Sowas braucht auch einfach Zeit sagt hier die Therapeutin immer wieder. Geduld ist wichtig (auch wenn ich diese selbst oft nicht habe). Unter Druck setzen bringt nichts, das Vertrauen untereinander muss erst aufgebaut werden. Vorallem wenn man sich noch nicht so gut kennt oder noch nicht so lange von dem Viele-Sein weiß. Für mich ist es anders als für Alltagspersonen. Ich wusste immer schon, dass wir mehrere sind. Andere wissen es hier erst seit einem Jahr. Das kann man ja gar nicht miteinander vergleichen. Naja, keine Ahnung ob das irgendwie hilfreich war. Alles Gute euch. 🍀

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    • Danke Dir.
      Angst und Zweifel herrschen hier auch leider unentwegt…
      Es ist interessant für mich, die Sicht einer selbst betroffenen Innenperson zu lesen, ja, sehr sogar. Danke.
      Ich habe mir das schon gedacht, dass die Zweifler daran Schuld sind, wenn andere nicht mehr reden, selbst wenn sie es bereits taten. Und das man sich das Vertrauen eben verdienen muss und Geduld braucht. Ja, ich glaub, das ist auch ein Problem bei uns, weil man hilft einmalig, verspricht sich zu kümmern und dann hat man es vergessen, ist überfordert oder still wegen der Zweifel… Ja, da werden manche hier immer wütend drüber, zu recht… Aber echt, ich bin total überfordert und brauche Unterstützung, und keiner macht irgendwie mit… Schon blöde alles.
      Darf ich noch fragen, was genau du persönlich dazu beigetragen hast, dass ihr jetzt redet? Nur so für unsere, damit die vielleicht helfen können?
      Und wie habt ihr es geschafft Vertrauen aufzubauen und die Angst zu besiegen, a ja und nicht zu letzt, wie habt ihr das mit den Zweiflern in Griff bekommen oder diese, hmm mit ins Boot?
      Ganz liebe Grüße

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      • Gerne. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man die Sichtweisen anderer Betroffenen kennenlernt, da es zumindest mir sehr weiterhilft um Verständnis für die anderen von uns zu bekommen. (Das fehlt mir leider oft.)
        Was uns geholfen hat? Schwierig zu sagen, im Moment klappt die Kommunikation auch nicht besonders gut, hat aber andere Gründe.
        Die Zweifler gibt es hier auch noch sehr zahlreich und mit diesen komme ich nicht sonderlich gut zurecht. Mir hilft aber der Gedanke, dass es Gründe gibt warum diese zweifeln und dass sie es nicht aus Ignoranz oder Böswilligkeit tun. Die Therapeutin sagt immer, dass man herausfinden muss warum die Zweifel so stark sind und dass man dann damit arbeiten kann. Manche zweifeln z.B. aus Angst, andere sind dafür extra geschaffen worden. Die die Angst haben, versuchen mittlerweile nicht mehr zu sagen „Das glaube ich nicht“, sondern „Das kann ich mir nur nur schwer vorstellen (weil ich es nicht selbst erlebt habe)“ – das macht für mich einen Unterschied. Letzteres verstehe ich, ist ja tatsächlich so.
        Ansonsten arbeiten wir mit einem Kommunikationsbuch (weiß nicht, ob ihr das auch habt?) und wir versuchen häufiger innere Konferenzen zu halten, um miteinander in Kontakt zu kommen. Leider nimmt da aber auch nicht jeder immer Teil, das ist z.Z. auch kaum möglich. Hat früher aber schon geklappt. Du bist wahrscheinlich aus dem Alltag, oder? Nimm dir den Druck dich um alles kümmern zu müssen. Das geht nicht. Das schafft keiner. Such dir Verbündete, die dich unterstützen und dir Aufgaben abnehmen oder die dir nur Informationen zukommen lassen. Hör ihnen zu und frag nach, wenn du etwas nicht verstehst. Oft kommen dann Antworten, die man nicht hören möchte, die aber wichtig sind und weiterhelfen können. Das fällt mir jetzt so spontan dazu ein.
        LG.

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      • Irgendwie ist unsere Antwort hier verschwunden! Dabei weiß ich, ich habe geschrieben und abgeschickt. Verstehe ich gerade nicht… Also ich versuch es noch mal und hoffe es verschwindet nicht wieder. (Grübel…)
        Ja, also eine Zweiflerin ist glaub ich, vielleicht echt programmiert. (Ich ärger mich echt gerade, alles weg und so viel geschrieben… Oder ist das doch noch irgendwo? Hmm…)
        Also sie glaubt, alles ist ausgedacht und Theater und sie hat einen Tumor, weswegen sie diese Wahnvorstellungen von anderen und deren Horror Geschichten hat. Sie glaubt, sie muss sich diesen Tumor aus dem Kopf raus reißen, und reißt sich die Haare aus, hat sich auf dem Kopf… Mein Mann fragte sie, was denn so schlimm wäre, wenn es alles wahr wäre (dieses Tumor-Zweifel-Mädchen tauchte nach einer anderen auf, die meinem Mann wohl was erzählte. Aber daran habe ich gar keine Erinnerung mehr, weiß nicht worum es ging. Jedenfalls war es was was mein Mann glaubte – ich müsste eigentlich mal nachfragen, was und wer das war, hmm, egal jetzt. Und dann war sie halt plötzlich da und sagte das nichts davon stimmt…). Na ja, die Vorstellung, es sei war ließ sie schreien und sie war panisch, wollte den Kopf gegen die Wand knallen… Sie schrie, wenn sie es zuließe dass es wahr wäre, dann müsste sie sterben, es ist nicht aus zu halten, es ist wie sterben… Ja irgendwas solches halt… wie ein Loch der Qual ohne zu wissen was da war. Ja so ähnlich wie es als Blockade in der Therapie kam, diese Gefühl, dass 1000 mal schlimmer als sterben ist, ohne zu wissen was es eigentlich ist, dass so schlimm ist…

        Also ja, sie haben ganz sicher ihre Gründe, die Zweifler.
        Wir haben dieses Tagebuch, das aber selten benutzt wird und wenn dann Stunden lang und wird selbst mit aufs klo geschleppt… (Manu ich bin mir echt so unsicher gerade, weiß jetzt gar nicht mehr was ich schon schrieb und was nicht…) ja also ich bin aus dem Alltag, ja.

        Nach Verbündeten habe ich bereits gerufen, gefragt, gebeten, aber bis her hat sich keiner dazu bereit erklärt…
        (Sorry ich bin echt gerad zu verwirrt… weiß gerade auch nicht, ja irgenwie weiß ich nichts mehr wirklich, mist eh) oh manu…
        Sag jetzt nur ganz liebe Grüße

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  4. Hallo Vergissmeinnichts!
    Romane sind also erlaubt? Da bin ich ja beruhigt:)
    Mit Kurzfassungen haben wirs ja nicht so:):):)
    Was mir/uns so einfiel:
    1. Wenn du Sachen vergisst, die du wem versprochen hast, wär es möglich, die aufzuschreiben? (Wem, was und wann)
    Also überfordert sein is okay, vor allem, wenn man alleine da steht, aber vergessen kommt irgendwie schräg rüber. So als wenns dir egal is. Obwohl das Vergessen bei dir bestimmt andere Gründe hat…
    2. Dann fiel uns noch ein von wegen viel Arbeit:
    Falls Kult im Spiel ist: Da sind die Systeme hierarchisch aufgebaut, haben wir gehört. Bedeutet, man muss nicht gleich alle überzeugen, sondern den jeweiligen Anführer.
    Oh ja, au weia, aber extrem hilfreich, wenns klappt. Und das gibts durchaus.
    Und wirklich wichtig. Es macht immer Sinn, mit jemandem von der anderen Seite zu verhandeln und sich im besten Fall zu verbünden, wenn man da raus will. Wer sonst hätte das nötige Know how und den richtigen Wumms?
    3. Tägliche Einträge haben zu wollen, bzw. denken, die haben zu müssen, macht viel zu viel Druck – also wär bei uns so.
    Freu dich über jeden einzelnen Eintrag wie ein Schneekönig und denk dran, dasses in den meisten Fällen ne Riesenleistung war, was rauszuhauen. Das gilt es zu würdigen.
    4. Und dann wären da noch die lieben Zweifler….
    Also ich sag das jetz einfach mal so, obwohl wir da auch so unsere Probleme haben, und AR diesen Spruch hasst:
    Etwas zu glauben ist eine Entscheidung. Punkt.
    Es brauch keine Beweise, denn wenn man Beweise hätte, wäre es wissen und nich glauben.
    Eine gewisse Wahrscheinlichkeit reicht aus.
    Also wenn du Kontakt wirklich willst, dann glaube. Entscheide dich dafür.
    Nicht alles, was du hören wirst, wird auch eins zu eins stimmen.
    Erinnerung is tatsächlich öfter mal trügerisch…
    Wir haben mal zwei Ereignisse als eines gesehen, is nur aufgefallen, weil es anders im Tagebuch stand, aber – passiert isses. Zwar nich ganz so, wie wir dachten, aber tatsächlich passiert.
    Aber Zweifel haben ja halt eben auch einen Grund.
    Weil es zu gruselig is, z.B.
    Es braucht Mut, hinzusehen und hinzuhören.
    Grade für die Alltagsleute, die nich für so was gemacht sind.
    Aber lohnt sich und es muss sein, wenn man da raus will.
    So, jetz hör ich ma auf zu predigen :)
    Einen ruhigen Abend und liebe Grüße A

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    • Hallo liebe Sturmreiter,
      Zu 1. Aufschreiben ja, klar kann ich, aber das nutzt meist nichts. Ich laufe seit diversen Monaten mit Notizen rum, die ich extra auf mein Tablet anheftete, damit ich sie nicht übersehe und nicht vergesse. Ja, und ich habe sie trotzdem übersehen tue es quasi täglich, als würde man es verdecken, ignorieren oder ?keine Ahnung. Mein Mann bittet manchmal um was, und ne Minute später ist es weg. Auch seine Zettelchen müssen entweder sofort wenn sie gesehen und gelesen werden auch erledigt werden, oder sie bringen nichts mehr. Erinnerungen im Kalender und Tablet oder Handy werden nicht gesehen. Unser Mann wacht über die wichtigen Termine, sonst weiß ich meist nichts mehr von denen. Wieso und wie das geht, ich habe echt keine Ahnung, aber es funktioniert nur das, was ich sofort tun kann. Vielleicht kennt das hier Jemand und hat nen Tipp?
      Zu 2. Okay… und wie mach ich das? Und wer ist das? Null Ahnung. Wenn es Neo ist, dann wehe uns, mit dem kann man nämlich gar nicht reden. Für den sind wir nur Ungeziefer und haben vor ihm zu knien. Er der „Gott“ des Bösen, brryyy…
      Zu 3. Ja, das kann, nee, das ist wohl für viele so. Ja. Tue ich eigentlich auch. Hab ich denen auch geschrieben, mich bedandkt…
      Zu 4. Entscheidung, ja, da habt ihr Recht.
      Vielleicht müssen wir aber wissen, vielleicht reicht glauben nicht aus? = Auch ne Entscheidung ob das reicht oder nicht?
      Ich würde nicht behaupten, dass alle Zweifeler zu den Alltäglichen gehören. Die mit dem Tumor-Glauben ist definitiv keine der Alltäglichen. Und sonst, ehm, keine Ahnung. Bin ich die die mal zweifelt und dann wieder nicht, oder fräbt sich mein denken durch deren denken ein? Da bin ich wieder bei der Frage: wer bin ich und wer sind die anderen. Ich weiß doch nicht mal das. Manches ist klar nicht ich, wie dieses Tumor Mädchen aber manches andere ist ein Klumpen voller Stimmen wo ich nicht mal weiß welche dieser Stimmen meine ist.
      Angst ist da, viel Angst und ja, es braucht Mut. Woher kriegen? Hast du schon mal nem nackten in die Taschen gegriffen? Da findet man nicht mal die Taschen. Ich will, und ich frage nach innen, eben gerade auch, ich versuchte das mit dem Reflektieren eben, wegen der Gefühle allen zu viel zu sein. Ich, die mit den Gefühlen die ich hören wollte, und dann sofort das Abblocken von Jemand mit Angst und Ausreden. Wer hat gewonnen? Der unbekannte mit der Angst und dem Argument, wir denken viel zu viel über so Mist nach, wollen wir doch gar nicht…
      Und was mach ich damit? Plötzlich wußte ich nicht mal mehr was ich gerade selbst gefragt und gedacht habe. Verwirrt… Und dachte nur, blöde, dass jetzt nicht die Therapeutin hier ist, die würde zumindest noch wissen, was gefragt wurde und worum es gerade ging.

      Ja also theoretisch ist es ja alles so einfach, einfach nach innen fragen, etwas klären, fertig. Schön wäre das, echt. Wenn ich nur frage, wer hat denn eben …? Kommt ein Ich als Antwort. Und auf die Frage, wer ist ich? Kommt wieder ein Ich als Antwort. Und wenn ich sag, okay, kannst du mir was sagen dazu? Dann kommt gleich irgendwer anderes mit Angst und der Antwort: interessiert doch gar nicht (oder irgendein blabla) und peng bin ich außer Betrieb. Ja. Nicht so lustig und auch alles andere als einfach, vor allem im Alleingang ohne aufschreiben, ohne Thera.
      Ich bin wohl doch zu blöd für innen Kommunikation, zumindest auf dieser Ebene.
      „Weil ich nicht präsent bleibe“ sagt da gerade jemand! Ja, da war doch was mit dem Präsent sein, stimmt…

      Danke euch und liebe Grüße

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  5. Hallo Vergissmeinnicht,
    ach Mensch, das tut uns allen so leid.
    Und ja, z.T. kennen wir das auch.
    Man hat Probleme, erzählt die und dann heißt es: Mach dies, mach das und man denkt nur: Hä?
    Und wir sagten ja auch schon, dass wir mit dem Entscheiden auch so unsere Probleme haben, grade ganz aktuell.
    Kann man sich entscheiden, Gefühle nicht zu fühlen?
    Als wir so drüber nachdachte, merkten wir, dass da so einige nicht mitmachen wollten (konnten?), und vermutlich ist es das, was so Probleme macht, sowohl bei uns als auch bei dir.
    Was das vergessen angeht: wenn man auch vergisst, dass mans aufgeschrieben hat, wirds natürlich schwierig. Zettel versuchen wir zu vermeiden, weil die ständig verschwinden, und so versuchen wirs grad mit net Heft.
    Klappt zwischendurch ganz gut, aber manchmal, wenn wer die Nase voll hat von dem ganzen Mist, der da drin steht, dann gibt es da plötzlich geheimnisvolle Vermeidungsstrategien, die ich auch noch nicht ganz durchschaue.
    Wer vermeidet da was und warum?
    Ja, du hast Recht.
    Alles schön und gut mit Ratschlägen, aber nicht immer einfach durchzuführen. Leider.
    Bei uns ist es grad sehr, sehr wichtig eigene Wege zu suchen. Autonomie ist ein ganz großes Thema hier. Ich. Alleine!
    Wir wünschen dir so sehr, dass du etwas findest, was dir hilft!
    Liebe Grüße B

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    • In so ein Heft wird ja auch nicht geguckt dann… Aber Zettel kriegen bei uns auch immer Beine. Neulich fand ich zufällig eins, das uns die Ärztin vor etlichen Monaten schrieb, und auch welche von der Thera im großen Papier Haufen. Ja, da liegen sie super nich?

      Das was gefühlt wird kann man genauso wenig abstellen, wie die, die es fühlen. Was da ist ist da! Man kann aber, wenn da was mentales vorhanden ist von oben drauf sehen, und prüfen ob es der Situation im heute angemessen ist. Man kann beruhigen mit Worten, oder so. Geht alles aber echt nur wenn man noch irgendwie da ist, entsprechend gehört wird, selbst noch denken kann…

      Ja, ausprobieren was geht, üben, üben, üben und dabei versuchen nicht die Flinte ins Korn zu werfen… schwer genug!

      Liebe Grüße

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