Resilienz Sendung

Wir fragen euch mal was ihr von dieser Sendung haltet:

Planet Wissen: Resilienz – Was die Seele stark macht Doku (2018)

Wir haben den Link von einer lieben Person bekommen mit ihrem Hinweis, dass in der zweiten Hälfte gute Hilfen erwähnt werden.

Wir haben es Häppchen weise angesehen und fast jedes Mal auf Grund von Wut pausiert. Am Ende regten wir oder eher ich, uns darüber nur noch auf.

Jetzt weiß ich nicht was ich ihr antworten soll. Ich weiß, sie meint es gut und will gerne helfen. Und ansich ist das total lieb von ihr, dass sie da an uns gedacht hat. Aber…

Aber uns bringt das auf die Palme und zwar aus mehreren Gründen. Nun weiß ich nicht ob das nur an unserer Wahrnehmung liegt, oder ob es tatsächlich einen Grund zur Wut gibt.

Ich will auch nicht alles einfach abschmettern. Es kommt mir aber so vor, als dürfte ich mich nicht beschweren, denn das zeigt nur, wie undankbar wir sind. Dass man gar keine Hilfe will. Man ein Sonderfall ist, für den normale Ansätze nicht gelten. Man einfach nichts annehmen will und abwehrt!

Ist das so? Wehren wir alles ab? Oder ist es einfach so, dass wir anders sind als „normal“ traumatiesierte? Oder sind wir irgendwie zu empfindlich?

Was uns stört ist z. B. die Aussage Ernährung ändert nichts. Klar – wenn man nur auf Tryptophan und Serotonin in der Nahrung achtet, dann macht es keinen Unterschied was man ist, denn man kommt damit tatsächlich auch mit 10kg Schokolade nicht auf den Wert von Tabletten. Aber hey, ich weiß aus eigener Erfahrung wie enorm der Unterschied ist, ob wir nur vom Junk Food & Süssigkeiten leben oder von gesunder veganer Rohkost. Und ich bin bei weitem nicht die einzige, die enorme Verbesserungen in der Befindlichkeit des Körpers und der Psyche festgestellt hat.

Und dann z. B. diese Aussage von Pseudo Erinnerungen wo ich echt kotzen könnte! Als ob es heilsam wäre, wenn das Hirn sich zu allen Traumen auch noch noch schlimmeres ausdenken müsste oder würde.

Oder man verdrängen und vergessen soll, denn das ist gut und dann braucht man keinen Therapeuten mehr. What the f***? Und das aus dem Mund eines Psychotherapeuten, der noch zu Anfang davon redet, dass man alle Gefühle erleben soll und nichts davon verdrängen oder ignorieren soll? Ist nur meine Wahrnehmung so verdreht oder sagt er das wirklich?

Ja und Trauma sollte am besten jeder erleben, damit diese Resilienz sich gut entfalten kann… Ja ne, is schon klar! Meine arme Freundin hat sich wegen so Trauma Zeug zu Tode gehungert, aber was solls? Was einen nicht umbringt, macht einen stark!

Hey, was hat man nur für ein Pech wenn man dauernd Trauma erlebt und wirklich gar keine Unterstützung von Erwachsenen bekommt, ja wenn da wirklich Jahrzehnte lang keiner hilft oder auch nur in Arm nimmt oder gar einem in echt zuhört. Dann gibt es keine Resilienz – Pech gehabt! Und wenn man dann noch ne Riesen Panik vor Menschen hat und Sozialkontakte ein riesen Problem sind – tja noch mehr Pech gehabt! Hey und wenn Sinn im Leben nicht so echt greifbar ist, weil man eigentlich dauernd nur sterben will (oder am besten sollte bzw muss), weil der Glaube an Gott uns dank Tätern immer ins Trauma rückt – ja also dann, dann… Ja diese Resilienz ist dann wohl kaum möglich, erst recht wenn man glaubt nichts zu können, nichts zu schaffen und nur Dreck zu sein! Hab ich was vergessen? Bestimmt!

Hey, darf ich vorstellen? Ihr liest gerade eine Tote, denn ich /wir haben keine Resilienz und müssten dem nach Tod sein! Ach ne, es sind nur Pseudo Erinnerungen die die DIS gemacht haben und daher lügen wir nur rum, weil wir ja nicht Tod sind! Das wird es wohl sein!

Und dann schauen sich nicht traumatisierte diese Sendung an und wollen uns damit helfen. Brauchen unsere Storys die wir vielleicht erzählen nicht zu glauben, weil es ja keine echten Erinnerungen sind. Empfehlen uns alles einfach zu vergessen (weil es ja so einfach ist Flashbacks abzustellen) und nach vorne zu schauen. Und gegen unseren Trübsal und Schmerzen und Stimmen und Panik und Schlaflosigkeit und Müdigkeit und Wut und Antrieblosigkeit und Zwänge und Suizidalität und … Tabletten zu fressen, bis wir spätestens durch deren Nebenwirkungen und 20 weitere Tabletten gegen jene Nebenwirkungen wieder nicht mehr leben wollen, weil wir unerträglich leiden an noch mehr Symptomen als zuvor plus die, die ja eh schon da waren und wieder zurück sind oder eh nie weg gingen (so ist jedenfalls unsere Erfahrung mit Tabletten gewesen)!

War noch mehr hilfreiches in dieser Sendung für uns dabei? Ich glaube gerade irgendwie nicht, aber vermutlich bin ich auch blind und taub und habe alles was positiv wär irgendwie überhört.

Und jetzt soll ich mich dafür auch noch bedanken… Wo ich doch eigentlich nicht mehr alles herunter schlucken will… Weil ich weiß, sie meinte es nur lieb… Will nur helfen…

Und ja, ich bin ja keine studierte Psychiaterin oder Psychotherapeutin. Wenn ich sage da stimmen Dinge so gar nicht – wer glaubt mir schon? Ne, dann bin ich wohl nur wieder unwillig, oder?

Also doch den Mund halten? Und freundlich nickend bedanken, wie immer gute Mine zum falschen Spiel machen und innerlich kotzen, wüten und heulen?

Na ja, vielleicht ist es echt nur unsere Wahrnehmung, daher frag ich mich, wie ihr diese Sendung sieht. Denn ansich ist Resilienz doch wirklich etwas gutes…

10 Gedanken zu “Resilienz Sendung

  1. Ich schau mir sowas meist garnicht erst an.
    Letztlich prägen diese ganzen Begriffe doch meist solche Menschen, die garnicht SELBST betroffen sind.
    Forscher, Helfer, Beobachter, die *irgendwas überlebt Habende* zu verstehen versuchen und hierbei dann „Unterschiede“ beobachten und versuchen, diese zu kapieren und benennen.

    Ich zumindest habe noch nie mit einer/m Betroffenen gesprochen, der irgendwas sagte wie „Hey, ich hab da heute Nacht an mir so eine wunderbare Eigenschaft festgestellt, die noch niemand kennt. Ich werde sie Resillienz nennen!!!“

    Die quatschen doch eh alle über Dinge, die sie bloß GEHÖRT haben – aber nie gefühlt, erfahren oder gar gebraucht.
    Zumindest nicht so, wie viele hier.

    Für mich hat Resilienz sehr viel mit meiner Wut zu tun.
    Meinem Kampfgeist und dem Trotz.
    Sich nicht klein kriegen zu lassen; stehen bleiben zu wollen, statt unter zu gehn.

    Und folglich auch damit, dass es einen „Sucher“ gibt, der nach „Ausgleich“ sucht.
    Wo viel Leid ist, muß auch Freude her, um die Waage ins Lot zu bringen. Wenn ausschließlich Dunkelheit herrscht, kann man nicht überleben.
    Aber was genau man hierfür also braucht und wieviel davon, ist vermutlich sehr individuell. Und ob Resilienz erstmal nur dazu ausreicht, weiter atmen zu können – oder tatsächlich irgendwann auch dazu, Freude am Leben zu haben, ist oft auch den Umständen geschuldet.
    Ich denke, jeder muß/darf SELBST wissen, was für ihn Resilienz bedeutet.
    Diese Schubladen sind bloß was für Forscher, die wichtiges und bedeutendes Zeug reden wollen und Leute, die Tabletten oder anderen Kram verkaufen wollen.

    Ich glaube, echte Resilienz ist alleine IN UNS.
    Da haben DIE sowieso nix mit zu tun.

    Gefällt 2 Personen

    • Der Doktor, der da spricht, hat laut seiner Aussage auch viel Gewalt erlebt. Und ja, er spricht da vom Kampfgeist und dass man nur dank diesem Überleben kann.
      Das finde ich auch nicht verkehrt. Ich denke das muss auch in uns vorhanden sein denn wir leben. Aber um ehrlich zu sein kann ich zu diesem Kampfgeist in uns nicht wirklich etwas sagen, da dieser mit mir reichlich wenig zu tun hat. Vielleicht hat diese wütende diesen, das kann gut sein. Jemand hier hat das und zwar in extremer, gar selbst zerstörender Art – wie ich finde.
      Ich glaub in der Tat, wir haben nur wegen der Aufspaltung überlebt. Ich bin aber auch der Trauerklotz unter uns…

      Gefällt 2 Personen

  2. Ich kann eure Reaktion super gut verstehen!
    „Resilienz“ triggert hier total, weil sofort angeht, dass man selbst Schuld ist, dass es einem schlecht geht, andere halten ja auch Schlimmes aus und stellen sich nicht so an. Wir sind halt falsch, wenn dir so ne Widerstandskraft nicht haben. usw.
    Da hilft es meist auch einfach nicht, dass wir dieses ganze theoretische Traumawissen haben… Das haut einfach nur um.
    Ein Neurologe hat mir mal was zu „posttraumatisches Wachstum“ gegeben und huii…das ging ab, aber er hat sich auch schnell entschuldigt nach ner deutlichen Ansage. 😉
    Hab die Doku nu nicht vollständig angeschaut, eine gute Entscheidung, wenn ich so lese was ihr schreibt! Es tut mir leid, dass euch das so aufgewühlt hat – wir verstehen euch da voll!
    Ich find nicht, dass ihr euch sonderlich bedanken müsst! Maximal vielleicht dafür, dass sie an euch gedacht hat?, aber ihr dürft auch sagen, dass das völlig daneben und am Problem vorbei war! Ist halt auch schon ziemlich arrogant von der PErson! Ihr lebt ja schon viele Jahre mit den Traumafolgen und Therapien, sich da einzubilden man hätte ne geile Lösung in einer nicht-vom-fach- Doku ist echt arrogant! Eure Reaktion hat gar nichts mit Undankbarkeit zu tun! Ihr habt natürlich viel mehr Ahnung und Erfahrung mit euch als solche Doku-deppen!
    lg

    Liken

    • Oh ja, genau das ist hier auch los. Wir fühlen uns auch schuldig, weil wir zu schwach, zu blöd zu sonst was sind und eben nicht über so tolle Dinge verfügen, die uns quasi ohne Therapeutin gesunden lassen. Hätten wir aber sehr gerne, wollen ja gesund sein, hassen diesen Zustand in dem wir sind.

      Danke euch sehr für eure Meinung. Das hilft uns selbst für unsere Wahrnehmung nicht zu verurteilen.
      Allerdings macht der Gedanke ihr (dieser eigentlich lieben Person) so die Meinung zu sagen, schon wieder totale Angst. Die wütende, die könnte das sicherlich. Aber ich nicht so wirklich. Bin immer auf Frieden und Harmonie aus und möchte niemanden verletzen. Auch nicht als „Freund“ verlieren. Denke, wenn man gerade so eine Meinung hat, grenzt man sich halt immer wieder von den Menschen ab und ist irgendwann vollkommen alleine da, weil jeder Mensch Fehler macht. Und wir grenzen uns bereits extrem ab und haben kaum Kontakte in Real Live. Ich weiß eben, sie hat es gut gemeint, hat aber keine Ahnung von, und vor allem nicht, was sie damit in uns auslöst.
      Liebe Grüße zurück und von Herzen danke für euren Kommentar der uns wirklich sehr beruhigt ❤️

      Gefällt 1 Person

  3. So ich habs gesehen und könnte in vielen Teilen auch kotzen.
    Der Typ hat wohl aus seiner Kindheit mehr Schaden genommen, als er selbst denkt 😉
    Vieles von dem, was er sagt kann man vielleicht auf Schicksalsschläge anwenden aber keinesfalls auf Trauma und dann schon dreimal nicht auf schwere Traumata.
    Bei seinem Satz „Jeder sollte mal ein Trauma erlebt haben, um Resilienz auszubilden“ hab ich auch gedacht ich werd nicht mehr – obwohl ich ja vorgewarnt war.
    Aber sein Resilienztrainig sieht ja auch „nur“ Kletterpark vor und Dinge, die Selbstbewusstsein geben weil man etwas tut, das man sich auf den ersten Blick nicht trauen würde.
    So gesehen sicher richtig.
    Klar, nach all den Kriterien … wieso haben wir das dann geschafft? Wieso haben wir überlebt? Ohne sichere Bindung, ohne soziales Gefüge und so weiter?
    Na weil wir abgespalten haben. Hat man sonst nichts davon, schaltet der Körper und das Bewusstsein eben auf überleben um. Das wird halt nicht beleuchtet in dem Beitrag.
    Vieles darin ist Schmarrn und er stellt sich hin, als hätte er das Recht darüber zu urteilen, weil er auch eine ungute Kindheitsgeschichte hat.
    Es gibt aber insgesamt so viel Unsinn, der über Trauma verbreitet wird, also: abhaken. Finde ich.

    Was die Freundin angeht finde ich, könnt ihr ihr ruhig sagen, dass das euch eben nicht anspricht und dass da viel Unsinn gesagt wird.
    Wenn die Freundin nicht weiß, was sie sich da für einen Unsinn ansieht und dann „an euch denkt“ wird es ja nicht besser werden. Ich finde es okay darüber zu reden. Das zu sagen. Man muss nicht immer alles abnicken, um eine Freundin zu behalten.
    Nur Mut!
    Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

    • Danke euch sehr fürs anschauen. Und noch mehr für diesen Kommentar. Es tut mir sehr gut, dann kann so schlecht meine Wahrnehmung nicht gewesen sein. Es wird echt viel Halbwissen auf die Welt los gelassen und Menschen wie wir haben dann darunter zu leiden. Das finde ich einfach nur übel. Denn echt, viele die es gut meinen kommen mit dem Spruch um die Ecke, man soll das alles vergessen und stark sein und nach vorne schauen. Und darauf reagiere ich inzwischen wirklich allergisch. Die spontane Wut kann ich dann nicht unterdrücken. Und so gehen Freundschaften dann meist flöten. Das finde ich nicht witzig. Deswegen regt mich diese Sendung so mega auf.

      Danke euch. Wir haben ihr geantwortet. Uns bedankt für das an uns denken. Aber auch wissenschaftlich und Gefühl frei erklärt, weshalb uns diese Sendung aufregt. Jetzt bin ich auf die Reaktion gespannt.
      Ganz liebe Grüße zurück ❤️und ganz viel Kraft für euch

      Gefällt 1 Person

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