Unser System 1

Ende September 2018 schrieb ich an einem Beitrag über unser System. Dieser ist nie fertig geworden, ich weiß heute nicht mal warum. Aber aus gegebenem Anlass wollte ich diesen doch endlich fertig stellen.

Der Anlass war zum einen der Beitrag von Sopfie zur neuen DDNOS und unsere Überlegungen dazu, ob wir wirklich DIS oder doch DDNOS haben. Und zum anderen die Antwort auf ne Mail.

Wir haben versucht aufzumalen, wie es bei uns ist aus meiner heutigen Sicht. Das Ergebnis war ein Durcheinander auf dem Papier wo vieles nicht mal stimmte. Und ständige Wechsel, dass es mir nicht mal möglich war normalen Gesprächen zu folgen oder logische Sätze zu bilden – 2 Tage lang wirr! Ich malte dann neu, aber im Grunde nur Bereiche bzw. Systeme, die es in uns gibt, die von einander getrennt sind, wo aber auch Überschneidungen oder Verbindungen existieren, sei es über einzelne Persönlichkeitsanteile die in zwei (oder auch mehr) Bereichen agieren, oder Außen-Personen aus unserem Leben. Die Größe der Bereiche hat keine Aussage, es musste halt irgendwie passen. Das ursprünglich geplante Bild mit den Innenpersonen der jeweiligen Systeme – das erweist sich als ein z.Z. unmögliches Unterfangen wegen dem Wirrwarr und der Wechsel. Selbst bei diesem groben Bild bin ich nicht sicher an alles gedacht zu haben.

Nachtrag aus den Kommentaren:

Ich kann manche Bereiche auch der rechten oder linken Gehirnseite zu ordnen, wenn Anteile dieser Bereiche aktiv sind, spüre ich das regelrecht im Kopf. Nur ist bei uns viel auf der rechten Seite, das kann man schlecht im Bild machen, weil man Platz Probleme hat. Links ist mehr das kognitive und funktionale und rechts diese ganzen Kult Dinge. Vorne ist quasi der Alltagbereich, die sind ja auch am meisten am agieren im Außen und müssen/mussten auch immer zu Stelle sein. Die tiefen Abspaltungen im hinteren Bereich kommen nur durch Trigger oder Codes nach Vorne. Daher müssen die auch nicht im Alltag bereit sein.

Wir haben gerade in der Buchempfehlung von @Daritestonia in der Leseprobe das hier gelesen:

„Dem Modell zufolge (van der Hart, Nijenhuis & Steele, 2006) kann es aufgrund des vorgegebenen Aufbaus unseres Gehirns mit seinen zwei voneinander getrennten spezialisierten Hemisphären in einer Bedrohungssituation recht leicht dazu kommen, dass linke und rechte Gehirnhälfte sich entkoppeln. Die Autoren gingen, mit Blick auf die bekannte Tendenz der linken Gehirnhälfte, unter Stress positiv, aufgabenorientiert und rational zu bleiben, davon aus, dass sie auch bei einer Entkoppelung auf die Aufgaben des Alltagslebens fokussiert bleibt, während die rechte Gehirnhälfte ein implizites Selbst unterstützt, das im Überlebensmodus verharrt, sich gegen Gefahren wappnet, fluchtbereit ist, in Angststarre verfällt, zitternd auf Rettung hofft oder sich so sehr schämt, dass ihm nichts bleibt, als sich zu unterwerfen. … Das linkshemisphärisch zentrierte, gegenwartsorientierte Selbst meidet die rechtshemisphärisch zentrierten, überlebensorientierten Selbstanteile oder stuft sie als negative, zu modifizierende Aspekte des Selbst ein, während die rechtshemisphärischen impliziten Selbstanteile ihrerseits genauso auf Abstand zur linken, als „schwach“ oder abwesend wahrgenommenen Gehirnhälfte gehen.“

Das finde ich so krass, weil wir es spüren können und das auch neurowissenschaftlich so gesehen wird.

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Aber wie empfinde ich unser System? Wer bin ich darin? Und gibt es mehrere ANPs mit eigenem Leben, damit ne DIS Diagnose berechtigt ist?

Es gibt ja viele Modelle bzw. Erleben eines Systems. Manche sehen sich als eine Vase, andere als ein Wassertopf voller ICHs, die nächsten als eine zerbrochene Tafel Schkolade, oder als ein Haus, Hochhaus, Dorf, Universum… Nur von außen betrachtet sieht man einen Körper, aber dieser wird von vielen bewohnt.

Wenn ich mich eines dieser Modelle bedienen müsste, wären wir wie ein Hochhaus. Auch wenn ich die einzelnen nicht kenne, weil es viele Wohnungen auf vielen Etagen mit diversen Bewohnern gibt. Ja von manchen hat man den Namen gehört, sie aber noch nie gesehen. Andere sieht man immer mal wieder, ohne sie zu kennen oder zu sprechen. Mit manchen ist man befreundet, kennt sie seit Jahren. Andere mag man nicht leiden, man wird von denen beschimpft, aber man kennt sie nicht und will auch nichts mit solchen zu tun haben. Mit manchen dieser fiesen hat man durchaus schon gestritten oder krasse Dinge erlebt und kennt sogar deren Namen. Manche huschen wie Geister durchs Haus und kaum wer bemerkt sie. Manche grüßt man und betreibt Smalltalk. Andere sieht man alle Jubel Jahre mal. Da gibt es welche, die zusammen wohnen und welche die ganz einsam sind…

Doch mit dieser Metapher kann man nicht erklären wieso ich oft selber nicht weiß wer ich denn bin. Klar, ich empfinde mich als ein Teil des Ganzen ICHs, bin nicht wichtiger als andere oder der Boss des Haufens, auch wenn ich nach meinem Gefühl fast durchgehend vorne bin. Es fühlt sich oft so an, als würden andere Besitz von mir ergreifen. Ich denke dann so wie sie, sehe deren Bilder, fühle deren Gefühle, mit denen ich nichts anfangen kann. Deswegen weiß ich dann nicht wer ich überhaupt bin, erst recht nicht, wenn deren Übernahme so schnell geht wie sie kommt. Oder wenn manchmal 2 oder noch mehr gleichzeitig vorne sind und den Körper nutzen, wo man weint und gleichzeitig lacht zum Beispiel. Wer ist dann wer? Es fühlt sich manchmal wie ein Misch-Masch an, manchmal als wäre ich eine Marionette. Der Körper tut Sachen und ich weiß nicht warum, hilflos kann ich nur zu sehen. So wie damals 2002, wo der Körper von hier nach da und dann quer über die Kreuzung lief um sich (rechtzeitig?) vor die Straßenbahn zu werfen… Ich verstand es damals nicht, konnte nichts nachvollziehen, war über meine Chefin sauer, die meinte ich sei selbst schuld wenn ich Schmerzen habe. Hab die angekeift, wie die auf die Idee kommt, so als ob ich auf Schmerzen stehen würde. Ich wusste ja nichts von dem Zeitungsbericht wo stand es wäre ein Suizidversuch gewesen. Und das passte damals auch nicht für mich! Ich wollte in die Disco! Tanzen nicht sterben! Für mich war alles ein merkwürdiger Unfall!
Ja, war es aber vielleicht doch nicht, zumindest wenn ich den Worten glauben soll, die ich von einer hier vor kürzem hörte, die tatsächlich nicht mehr leben wollte und tat was nötig dafür war… Erst aus der heutigen Sicht, habe ich eine Erklärung für dieses sich vor die Bahn werfen/Unfall…

Deshalb empfinde ich den vorderen Bereich, das im Außen agiert und fühlt, denkt, sieht, hört – als ein Behälter wo welche rein und raus gehen wie sie wollen und ich es nicht ausdifferenziert bekomme, wer wer genau ist. Außer bei so manchen, die man schon lange kennt, oder die so ihre klaren Seiten haben, während sie fast vollständig das vorne übernehmen. Die anderen kann ich noch nicht zuordnen. Aber es sind alles einzelne ich’s, Individuen, deren Meinungen nicht meine sind, deren Gefühle ich oft nicht begreife. Vielleicht gibt es auch tatsächlich nur Gefühle, die da abgespalten wurden, ohne einer Person dahinter, aber das ist schwer zu sagen für mich, weil es welche mit diesen Gefühlen hier auch als Personen gibt.

Der Behälter hat Zonen: 1. Vorne wo das Außen uns sieht und hört wie auf einer Bühne im Theater. Da wird gehandelt und geredet für das Außen. Gehört und gesehen was im Außen ist. 2. Mitte wo man wie hinter den Kulissen ist, man fühlt und denkt – Innen – von Außen nicht einsehbar. Man kann sehen und hören was im Außen und im Vorne auf der Bühne geschieht. Aber man kann nicht im Außen handeln oder reden. Dafür kann man oft mit denen auf der Bühne sprechen. Man kriegt manchmal das Fühlen oder denken derer auf der Büne mit oder ist quasi mit deren Fühlen und Denken verschmolzen. 3. Je weiter Hinten man ist, um so weniger bekommt man mit, ob von Außen oder den Bühnenleuten. Man hört und sieht manches nicht, versteht nicht unbedingt was los ist. Man kann zu den Bühnenleuten reden, aber ohne Garantie darauf gehört zu werden. Und umgekehrt können die Bühnenleute die Gefühle-Fetzen oder die Stimmen der Hinteren mitbekommen.

Mal sind viele im Behälter, mal wenige, mal auch einer alleine und das gilt auch für die jeweiligen Zonen des Behälters. Ganz alleine im Behälter zu sein fühlt sich für mich an, als wäre ich eine leere Hülle, ein Gefühlloser Roboter und das ist total übel. Aber irgendwie bin ich selten ganz allein im Behälter. Auch selten alleine vorne. Meistens hauen welche kurz was raus, oder bestimmen länger mein Verhalten, Sprache und Gefühle. Es passiert auch, dass ich nicht die Kontrolle über alle Körperteile habe. Ich bekomme es mit (manchmal auch nicht), aber meist ohne zu wissen wer was tut. Selbst die Gedanken können plötzlich im nichts verschwinden, mitten im Satz, und man weiß nicht mehr worum es gerade ging oder ob das mein Gedanke war, oder jemand anderem gehört, der gerade aus dem Behälter raus flog. Ja deswegen weiß ich nicht so recht, wer ich denn bin in dem Haufen, wo ich anfange und aufhöre, und wo andere beginnen. Die anderen verfärben quasi alles, vermischen sich mit mir, zumindest fühlt es sich oft so an. Manchmal erkenne ich im Nachhinein, dass ich das wohl nicht war. Nur krasses mir nicht verständliches Verhalten, Gedanken, Gefühle oder Gesagtes, kann ich als nicht ich differenzieren. Andere in uns sind in meiner Wahrnehmung klarer abgegrenzt im Gegensatz zu mir.

Mal werde ich irgendwo hinten an die Wand gedrückt und andere im Behälter sprechen und handeln und ich kann nichts tun, kriege aber alles mit oder nur Teile dessen. Wie ein Blatt, dass hin und her geweht wird fühl ich mich. Null Kontrolle. Nein ist nicht ganz wahr. Etwas kann ich schon noch tun, wenn ich noch da bin. Reden und sehen was passiert, begreifen was da läuft. Und wenn jemand da ist, der mich zumindest hört, was leider nicht immer so ist. Und manchmal werde ich komplett rausgekickt (in meinen Augen selten) und aus dem Behälter geworfen. Dann krieg ich nichts mehr mit, auch nicht, dass ich weg war. Es geschehen Dinge von denen ich gar keine Ahnung habe. Blackout quasi. Dann kann ich nur per Zufall durch Außen Menschen erfahren was gerade war, oder ich merke es daran, weil Dinge getan wurden, anders sind als vorher aber weder ich noch mein Mann waren es. Und an die Erinnerungen komm ich auch nicht ran außer jemand ist so gnädig und zeigt mir was dazu.

Okay, steigt ihr noch durch?

Korrektur lesen ergibt bei mir gerade: ich merke nicht was ich lese… keine Ahnung ob man da durchsteigen kann, aber damit dieser Beitrag nicht wieder in den Entwürfen vergessen wird, lasse ich es jetzt so und mach demnächst weiter. Weil nee, da ist noch immer unklar ob DIS oder DDNOS und ob es mehrere ANPs gibt, oder?

12 Gedanken zu “Unser System 1

  1. Ich lese gerade ein Buch da ist das mit diesen Mischungszuständen richtig gut erklärt, das bisher beste Fachbuch das ich kenne: Arbeit mit Selbstanteilen in der Traumatherapie. Das sind auch ganz viele Fallbeispiele drin, wie es gelingen kann sich zu erkennen, voneinander zu lösen und zu differenzieren. Es geht darum ausreichend Abstand zu bekommen, aber doch so nah, um gefühlsmäßig in Verbindung zu bleiben.

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      • Das Buch hört sich wirklich gut an, ist nur wie alle diese Fachbücher schon arg teuer.
        Darf ich fragen, ob es dir/euch bereits für euren Alltag oder Kontakte unter einander praktisch schon helfen konnte?
        Und könnt ihr es gut lesen ohne Vermeidung (das ist leider bei uns ein großes Problem, weshalb selbst gute Bücher oder Kurse nicht mehr weiter gelesen/gemacht werden, da es zu sehr real wird und sehr schmerzt, wir keine Kraft mehr haben dafür)? Ist es auch für nicht Fachleute verständlich geschrieben(wir kapieren manchmal kaum was selbst nach 10 mal den selben Satz lesen, als ob es von wem blockiert wäre verstehen zu dürfen)?
        Vielen lieben Dank euch ❤

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      • Ich finde dieses Buch wirklich ausgesprochen verständlich. Trotzdem ist es bei mir auch so gewesen, daß ich öfter mehrmals lesen musste, aber das geht mir bei allem was ich lese so. Bei anderen Fachbüchern war es wesentlich schlimmer. Vor allem ist es sehr informativ was die selbstanteile betrifft und wirklich sehr, sehr werschätzend geschrieben. Ich habe beim Lesen immer gedacht, warum hat mir das noch nie einer so erklärt?
        Sie erklärt auch viele Zusammenhänge und Interaktionen zwischen den Anteilen, und warum manche so handeln wie sie handeln, so daß man sich und die Reaktionen mal bisschen besser versteht.
        Es ist allerdings jetzt kein Arbeitsbuch und ich habe es auch noch nicht ganz durch. Es ist in erster Linie eine praktische Anleitung für Therapeuten.
        Und ja, es gibt auch hier Zustände da kann man das nicht lesen. Sie schreibt sehr leicht und heiter und manchmal kam da so Widerwillen in mir hoch, weil sich das alles so leicht anhört wenn man das so in einem Rutsch liest. Was ich schade finde ist, daß sich das immer so anhört als wenn es nur einen ANP (der heisst bei ihr normal-leben-selbst) gibt.
        Auf jeden Fall habe ich jetzt ein wesentlich besseres Verständnis gerade in Bezug auf die Mischzustände, die ja auch immer so verunsichern und Zweifel auslösen, weil sich nicht sicher ist ob das jetzt wirklich andere sind oder man selber einfach nur sich irgendwo reinsteigert. Allein dafür hat es sich gelohnt.
        Dieses Buch gibt es als eBook und da kann man sich vorab eine kostenlose Leseprobe herunterladen, da kann man sich gut einen ersten Eindruck verschaffen. Dazu muss man kein ebook haben, es reicht die kindleapp. Ich hoffe das hilft dir weiter🙂🌸

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      • Ja, auf jeden Fall hilft es weiter.
        Ich denke, wir holen uns das dann als eBook Leseprobe und schauen dann weiter.
        Und ich hoffe man kann es auch ohne begleitende Therapie lesen ohne abzustürzen, wir haben ja momentan keine. Und dass es uns weiter bringt…
        Vielen lieben Dank für diese Empfehlung. Es gibt ja so einige Bücher die gelesen werden könnten, aber am Ende wenig verständlich sind oder nicht für Betroffene geeignet, oder nicht wirklich viel gibt.
        Ganz liebe Grüße und ganz viel Kraft euch 💖

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  2. Oh vielen Dank ihr lieben Vergissmeinnichts und höchsten Respekt an Euch das Ihr trotz der einhergehenden Probleme und Schwierigkeiten Euer System veranschaulichen konntet. Ich habe noch gar nicht alles lesen können von Eurem umfangreichen Beitrag … bin grade mal bis zu dem Bild mit dem Kopf gelangt und schon ist in unserem Kopf wieder ein totales Durcheinander ausgebrochen, sodass ich null Konzentration aufbringen kann, um alles auf einmal zu lesen. Nun gut, dann halt Stückchen für Stückchen – nicht wahr. Auf jeden Fall finde ich es interessant, das Ihr Euer System auch in so eine ovale Kopfform bringt, wo manches stirnnah und anderes weiter hinten ist. So ist das bei uns auch in etwa … eben ein ovaler Kopf in Draufsicht aber gleichzeitig auch eine Art U-Boot-Raumschiff mit ganz dicken, kalt-nassen Eisenwänden … und vor allem halt Dunkelheit. > Oh man bin ich nu durcheinander…< Jedenfalls: Alles Gute für Euch 🙂

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    • Danke euch 💖 war ja nicht ganz uneigennützig das für uns auch klar sichtbar zu machen.
      Freut mich, dass ihr es entdeckt habt. Und klar, immer gut auf euch aufpassen bei lesen und Verdauung Pausen einlegen, das ist wichtig.
      Ich kann manche Bereiche auch der rechten oder linken Gehirnseite zu ordnen, wenn Anteile dieser Bereiche aktiv sind, spüre ich das regelrecht im Kopf.
      Nur ist bei uns viel auf der rechten Seite, das kann man schlecht im Bild machen, weil man Platz Probleme hat.
      Links ist mehr das kognitive und funktionale und rechts diese ganzen Kult Dinge.
      Vorne ist quasi der Alltagbereich, die sind ja auch am meisten am agieren im Außen und müssen/mussten auch immer zu Stelle sein. Die tiefen Abspaltungen im hinteren Bereich kommen nur durch Trigger oder Codes nach Vorne. Daher müssen die auch nicht im Alltag bereit sein.

      Euch auch von Herzen alles Gute und viel Kraft.

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      • Das Spüren-können wo gerade was im Gehirn aktiv ist, kenne ich auch – also manchmal. Schon abgefahren, wobei es mir meist unangenehm ist, da es irgendwie mit einer gewissen/irgendwie gearteten Erstarrung/ Dissoziation oder sowas verbunden ist (kann es grad nicht wirklich zuordnen was es genau ist).

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      • Wir haben gerade in der Buchempfehlung von @Daritestonia in der Leseprobe das hier gelesen:
        „Dem Modell zufolge (van der Hart, Nijenhuis & Steele, 2006) kann es aufgrund des vorgegebenen Aufbaus unseres Gehirns mit seinen zwei voneinander getrennten spezialisierten Hemisphären in einer Bedrohungssituation recht leicht dazu kommen, dass linke und rechte Gehirnhälfte sich entkoppeln. Die Autoren gingen, mit Blick auf die bekannte Tendenz der linken Gehirnhälfte, unter Stress positiv, aufgabenorientiert und rational zu bleiben, davon aus, dass sie auch bei einer Entkoppelung auf die Aufgaben des Alltagslebens fokussiert bleibt, während die rechte Gehirnhälfte ein implizites Selbst unterstützt, das im Überlebensmodus verharrt, sich gegen Gefahren wappnet, fluchtbereit ist, in Angststarre verfällt, zitternd auf Rettung hofft oder sich so sehr schämt, dass ihm nichts bleibt, als sich zu unterwerfen. … Das linkshemisphärisch zentrierte, gegenwartsorientierte Selbst meidet die rechtshemisphärisch zentrierten, überlebensorientierten Selbstanteile oder stuft sie als negative, zu modifizierende Aspekte des Selbst ein, während die rechtshemisphärischen impliziten Selbstanteile ihrerseits genauso auf Abstand zur linken, als „schwach“ oder abwesend wahrgenommenen Gehirnhälfte gehen.“
        Das finde ich so krass, weil wir es spüren können und das auch neurowissenschaftlich so gesehen wird.
        Ich pflege es als Nachtrag in dem Artikel mit ein.

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